Die Welt vom 11. Oktober 1999
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Streitschlichter lösen Blockaden auf


Auch deutsche Unternehmen engagieren immer öfter professionelle Mediatoren.

    Mediation ist ein in den 80er-Jahren in den USA entwickeltes Verfahren zur Schlichtung von Konflikten. Unabdingbare Voraussetzung für ein Mediationsgespräch ist die Freiwilligkeit der Teilnahme sowie der Wunsch, gemeinsam mit seinem Kontrahenten einen Ausweg aus dem Konflikt zu entwickeln. Die Teilnehmer erhalten nacheinander die Möglichkeit, das Problem aus ihrer jeweiligen Sicht zu schildern. Beide Seiten sollen das Gefühl haben, ausreichend gehört worden zu sein.

    Mit Unterstützung des Mediators, der das Gesagte - neutral und ohne die gegenseitigen Beurteilungen der Streitenden zu übernehmen - zusammenfasst, wird versucht, einen Vertrag auszuhandeln. Der Mediator unterbreitet dabei keine eigenen Lösungsvorschläge, sondern die Kontrahenten entscheiden selbst, welche Vereinbarung sie treffen möchten. Ausgangspunkt sind zunächst die jeweils idealen Lösungsvorstellungen der Beteiligten. Dabei sind außergewöhnliche oder witzige Vorschläge durchaus erwünscht, weil sie helfen, aus gewohnten Denkmustern herauszufinden. Der abschließende Vertrag beinhaltet dann eine möglichst praktikable Lösung, mit der beide Seiten leben können.

    Nach einer gewissen Zeitspanne (ein bis vier Wochen) wird ein weiteres Treffen vereinbart, bei dem darüber gesprochen wird, ob und wie die Beteiligten mit der ausgehandelten Lösung zurechtkommen. cbü

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